TenneT veröffentlicht neue Korridore für Erdkabel
Ost-Variante des SuedLinks würde den Landkreis Peine betreffen
Berlin, 27. September 2016 – Am heutigen Dienstag hat der Übertragungsnetzbetreiber TenneT seine grundlegend überarbeiteten Pläne für den sogenannten SuedLink den Abgeordneten des Deutschen Bundestages vorgestellt. Neu ist vor allem, dass nun auf der gesamten Strecke von Schleswig-Holstein bis nach Bayern und Baden-Württemberg auf Erdverkabelung zurückgegriffen werden soll. Das erforderte andere Kriterien bei der Planung, etwa die Kürze der Strecke, das Bodenrelief oder die Bodenbeschaffenheit.
Der SuedLink ist eines der zentralen Elemente zur Realisierung der Energiewende, bis zum Jahr 2050 sollen mindestens 80 % der Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Die Aufgabe des SuedLinks wird es sein, den windreichen Norden Deutschlands mit den besonders starken Verbrauchszentren im Süden des Landes zu verbinden. Nachdem es starke Probleme bei der Akzeptanz von Freileitungen gab, wird nun auf der gesamten Trasse auf Erdverkabelung zurückgegriffen.
„Derzeit werden verschiedene mögliche Korridore erarbeitet“, berichtet die Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann aus dem Gespräch mit TenneT, „der mögliche Ostkorridor würde nordwestlich von Oelerse den Landkreis Peine erreichen, Vöhrum im Westen passieren, zwischen Schwicheldt und Mehrum geführt werden und den Landkreis südlich von Adenstedt wieder verlassen.“ Ein möglicher Westkorridor würde zwischen Wunstorf und Hannover verlaufen und dementsprechend den Landkreis Peine nicht betreffen.
Nach Aussage des Netzbetreibers sollen die Kabel in einer Breite von etwa 15 bis 25 Metern und einer Tiefe von etwa 1,8 Metern verlegt werden. Für den Bau würde ein etwa 40 bis 50 Meter breiter Streifen von Nöten sein. Über den Kabeln würde, ähnlich wie bei Erdgas-Pipelines, keine Bebauung und Bewaldung mehr möglich sein. „Sicher sind auch Erdkabel nicht völlig unsichtbar und ohne Auswirkungen. Allerdings waren sowohl Energiewende als
auch der Wunsch nach Erdkabeln breiter gesellschaftlicher Konsens. Ohne den Ausbau des Übertragungsnetzes wird es keine erfolgreiche Energiewende geben“, betont Pahlmann.
Der Übertragungsnetzbetreiber wird nun in eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung gehen. Hierfür seien unter anderen von Mitte Oktober bis Mitte November 30 Informationsveranstaltungen in den betroffenen Regionen geplant. Auch würden die Planungsunterlagen im Internet (www.tennet.eu) zugänglich gemacht und die Möglichkeit zur Onlinebeteiligung eingerichtet werden. „Besonders hinweisen möchte ich auf das Vorhaben, ab November direkt mit den Landwirten in das Gespräch einzusteigen. Diese Gruppe wird besonders während des Baus mit Einschränkungen umzugehen haben. Während des Gesprächs werden auch mögliche spätere Auswirkungen diskutiert werden können“, sagt die Bundestagsabgeordnete.
Die Planungen für den SuedLink sollen im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein. Dann soll das offizielle Antragsverfahren stattfinden. Ob in unserer Region der Ost- oder der Westkorridor Realität wird, wird sich erst im laufenden Verfahren herausstellen. Der ambitionierte Zeitablauf des Übertragungsnetzbetreibers sieht einen Baubeginn im Jahr 2021 und rund vier Jahre Bauzeit vor. Das Unternehmen geht von Kosten in Höhe von etwa 10 Milliarden Euro aus.