Politik im Grünen
Einen wahrlich farbenprächtigeren und duftenderen Treffpunkt hätte es für das Gespräch zwischen mir und dem Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland e.V. nicht geben können. In der traditionsreichen Gärtnerei Volk in Braunschweig kamen Politik und grüne Wirtschaft zu einem gemeinsamen Austausch zusammen. Ich habe mich über die Möglichkeit persönlich mit den Menschen in der Region zu sprechen, sehr gefreut. Nach knapp eineinhalb Jahren Corona-Pandemie und Lockdown ist es toll, wieder persönlichen Kontakt zu den Menschen vor Ort pflegen zu können und ihre Anliegen aufzunehmen. Als Stellvertreterin im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft ist der Gartenbau als grüner Wirtschaftsbereich natürlich sehr nah an meiner Wirkungsstätte angesiedelt. Ich freue mich über den Austausch und werde viele der angesprochenen Herausforderungen und Chancen für die Unternehmerinnen und Unternehmer mit in die politische Arbeit in Berlin tragen.
Der Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland e.V. ist ein Arbeitgeber-, Unternehmer- und Fachverband für die Bereiche Produktion, Handel und Dienstleistungen in Norddeutschland. Er umfasst die Landesverbände Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen.
Die Gärtnerei Volk existiert bereits seit 150 Jahren und ist mittlerweile in der 5. Generation familiengeführt. Hier finden Pflanzenliebhaber ein breites Angebot an Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen sowie liebevolle Dekorationsartikel für ein schönes Zuhause. Außerdem haben die Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, im ‚Café Flora‘ mitten im Geschäft bei einem Cappuccino oder Espresso zu verweilen. Das Café wird von der Lebenshilfe sorgsam und mit viel Herz geführt.
Die Corona-Pandemie hat auch die Gartenbaubranche nicht verschont. Durch den Lockdown war die Gärtnerei Volk gezwungen, neue kreative Verkaufsmethoden anzubieten. Susanne Köninger, Geschäftsführerin des Unternehmens berichtete: „Wir haben angefangen, telefonische Bestellungen aufzunehmen und unseren Online-Shop aufzurüsten. Mein Sohn hat die Werbung auf Instagram übernommen. Dadurch hat sich nachhaltig auch unsere Kundenzusammensetzung geändert. Wir freuen uns, dass immer mehr junge Menschen zu uns kommen, weil sie Wert auf ein schönes, grünes Wohnumfeld legen. Unser zehn Mitarbeiter konnten wir Dank des Angebots des Kurzarbeitergeldes alle halten.“
Andreas Kröger und Gaby Eberts vom Wirtschaftsverband sprachen insbesondere die Herausforderungen der brancheneigenen Unternehmen an, die die Politik zukünftig bedenken sollte. Zum einen sei dies die CO2-Steuer, die insbesondere die Aufzuchtbetriebe vor ein Problem stelle. Wünschenswert wäre hier, wenn ein Teil der Steuereinnahmen genutzt würde, um diesen Betrieben entsprechende Modernisierungsinvestitionen zu ermöglichen. „Ebenfalls sehen wir eine Problematik darin, dass die Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland immer noch sehr lange brauchen. Die Gartenbauwirtschaft versucht weitestgehend mit Nützlingen zu arbeiten – der komplette Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist aber nicht möglich. Wenn daher alte Pflanzenschutzmittel vom Markt genommen müsste es schneller gehen, neue, schonendere Präparate zu entwickeln und zuzulassen“, führte Verbandspräsident Kröger aus.
Ein weiteres Ziel der Politik müsse es sein, Bürokratiehürden abzubauen und so Betriebsübernahmen zu erleichtern.