Ingrid Pahlmann in der Videokonferenz bei „Leibniz im Bundestag“

„Leibniz im Bundestag“ – Austausch mit der Wissenschaft

27. Mai 2020

Seit nun zwölf Jahren bietet die Leibniz-Gemeinschaft unter dem Motto „Politik und Wissenschaft im Dialog“ das Format „Leibniz im Bundestag“ an. Gebündelt an zwei Tagen haben die Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Möglichkeit, sich in rund 45 Minuten dauernden Einzelgesprächen direkt mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Leibniz-Gemeinschaft auszutauschen. In diesem Jahr fanden die Treffen natürlich digital per Videokonferenz statt.

Jeder Abgeordnete hat in der Vorbereitung die Möglichkeit, aus einer Liste von über 500 verschiedenen Themen – von der Bildungsforschung bis zur Ingenieurswissenschaft, seine Gesprächspartner auszuwählen. Da die Terminkalender, sowohl der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch der Abgeordneten trotz der Pandemie voll sind, vereinbarte Ingrid Pahlmann drei Termine mit passenden Themen zum Wahlkreis, den Ausschussthemen und aktuellen Diskussionen:

Zunächst wurde mit Dr. Ina E. Bieber vom GESIS, dem Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, die Frage thematisiert, warum der Frauenanteil in vielen Parlamenten sinkt. Relevant scheinen an dieser Stelle nicht nur historisch gewachsene Effekte, wie der Vorherrschaft von Männern beim Kampf um Direktmandate oder die scheue Aufstellung einiger Parteien von Frauen auf sicheren Listenplätzen zu sein, sondern auch bestimmte Eigenschaften, die bei Frauen statistisch häufiger zu beobachten sind oder aber auch profane Gründe wie der Terminierung von Parteiveranstaltungen.

Das zweite Gespräch wurde mit Prof. Dr. Heribert Hofer, dem Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, zur Ursache und den Konsequenzen der Entwicklung der Wolfspopulationen in Deutschland geführt. Hierbei wurden sehr ausgewogen die Vor- und Nachteile einer weiteren Ausbreitung der Wölfe in unserem Land diskutiert und mit interessanten Hintergründen untermauert. Entscheidend erscheint die Frage, wie in diesem Konflikt zwischen Stadt- und Landbevölkerung umgegangen wird und wie viel Wolf wir uns als Gesellschaft „leisten“ wollen.

Das abschließende Gespräch fand mit Dr. Markus Venohr vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei statt. Dabei ging es um die Frage, inwiefern die Nährstoffbelastung von Grundwasser durch undichte Kanalisationen gefördert wird. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit werden in naher Zukunft veröffentlicht.

Insgesamt drei äußerst spannende Gespräche in einem Format, welches einen vertrauten, sachlichen und persönlichen Austausch zwischen Wissenschaft und Politik ermöglicht und so für neue Fakten in bekannten Diskussionen sorgen kann. Mehr Informationen zur Leibniz-Gemeinschaft auf ihrer Internetseite: https://www.leibniz-gemeinschaft.de/