Ingrid Pahlmann besucht das Frauenhaus Gifhorn.

Gifhorner Frauenhaus leistet tolle Arbeit

4. Juni 2020

Bei einem Besuch habe ich die Möglichkeit gehabt, mir im Frauenhaus Gifhorn ein Bild davon zu machen, wie die Situation zurzeit vor Ort ist, welche Arbeit geleistet wird und darüber hinaus Fragen und Anregungen aufzunehmen, um die Einrichtung zu unterstützen. Gerade in der momentanen Lage war es interessant zu erfahren, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Inanspruchnahme des Frauenhauses hat und ob es insgesamt Einschränkungen gegeben hat. Die gute Nachricht war: Zumindest in Gifhorn war kein erkennbarer Anstieg häuslicher Gewalt in Bezug auf die Coronabedingungen zu verzeichnen, so hat es zu keiner erhöhten Nachfrage im Frauenhaus geführt, wie mir die Leiterin der Einrichtung Hella von Wedemeyer berichtete.

Aber auch weniger gute Nachrichten haben mir Frau von Wedemeyer und ihre Mitarbeiterin Frau Fetter mit auf den Weg gegeben. So erschwere zum Beispiel die Bürokratie die Arbeit ungemein. Etliche Auflagen verfehlten ihr Ziel, hinzu komme die personelle Unterbesetzung. Die Wahrnehmung von Begleitungen bei Behörden- und Arztbesuchen binde viel Zeit, so dass die Mitarbeiter oftmals weniger Zeit für ihre anderen vielfältigen Aufgaben hätten. „Diesen Job macht niemand des Geldes wegen. Wir sind alle hier, weil wir uns der wichtigen Aufgabe bewusst sind und wissen, dass wir helfen müssen. Aber es wird einem teilweise mehr als schwer gemacht“, berichtete Frau von Wedemeyer. Da ist es erfreulich zu erfahren, dass in Gifhorn der Neubau eines Frauenhauses in Planung ist und dadurch zumindest die räumliche Beengtheit dann der Vergangenheit angehören wird. Bei der Finanzierung hilft dabei auch das neue Förderprogramm des Bundes unter dem Titel „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“.

Ich konnte mich davon überzeugen, dass im Gifhorner Frauenhaus hervorragende, hochprofessionelle und engagierte Arbeit geleistet wird und nehme die Anregungen zum Bürokratieabbau und andere Punkte gern mit nach Berlin, um mich dort für Lösungen stark zu machen. Denn eines eint alle Beteiligten: die Bekämpfung von häuslicher Gewalt muss zusammengreifend auf allen Ebenen geführt werden.