Lilli Hilscher beim Prom

10. Bericht von PPP-Stipendiatin Lilli Hilscher

30. Mai 2016

Für mich ist es unvorstellbar, dass jetzt wirklich schon Mai ist. Seit über neun Monaten lebe ich hier mit meiner Gastfamilie zusammen und mein amerikanischer Alltag ist für mich schon selbstverständlich geworden.

Am 30. April war es dann endlich so weit: nicht nur ich, sondern der gesamte 11. Und 12. Jahrgang, hat sich auf Prom vorbereitet. Im Grunde genommen ist der “Prom” nichts anderes als eine elegante Tanzveranstaltung, die zum Ende des Schuljahres stattfindet. Für viele Schülerinnen und Schüler fangen die Vorbereitungen aber schon Monate früher an. Natürlich möchte jedes Mädchen ein wunderschönes Kleid haben und zusammen mit dem Prom-Ticket, den Schuhen, und einem kleinen Ansteckblumensträußchen werden dafür dann auch gerne einige hundert Dollar ausgegeben. Die Wochen davor drehte sich fast jedes Gespräch um Prom: “Hast du ein Foto von deinem Kleid?” oder auch “Wo lässt du dir die Haare machen?”. Ich war super froh, dass zwei Freundinnen angeboten haben am Freitagabend zu mir nach Hause zu kommen und mir Lockenwickler in die Haare einzudrehen. Darüber habe ich mich riesig gefreut, denn so musste ich mir nicht den Stress machen einen Frisörtermin zu vereinbaren. Meine Gastmutter hat mich am Abend riesig überrascht. Passend zu meinem Kleid hat sie mir nämlich ein kleines Blumensträußchen ausgesucht und geschenkt. Weil ich so etwas noch nie vorher um mein Handgelenk getragen habe, war ich riesig froh, dass mir eine kleine Anleitung gezeigt hat, wie ich es ummachen musste.

PPP_15-16_Hilscher_ZooAm Samstagmorgen liefen dann noch die letzten Vorbereitungen und gegen Mittag haben mich Tyler und Sally abgeholt. Normalerweise ist es eine Tradition Promfotos draußen aufzunehmen, leider spielte aber dieses Jahr das Wetter nicht mit, denn es regnete in Strömen. Stattdessen haben wir uns drinnen getroffen und dort Fotos aufgenommen. PPP-Lilli beim Prom-Nach ungefähr einer Stunde sind wir alle zur Schule gefahren und dort fing dann der “Grand March” an. Hierbei laufen die Paare über eine Bühne, so dass vor allem die Eltern Fotos machen können. Da ich aber kein Date hatte und trotzdem gerne über die Bühne laufen wollte, haben eine Freundin und ich uns entschlossen einfach zusammen zu gehen. Passend zu unserem Prom-Motto “Old Hollywood” war ein roter Teppich ausgerollt und auch all die anderen Dekorationen haben mich sehr an Hollywood erinnert. Zu Abend gegessen haben wir in einem schicken Restaurant und es gab ein großes Buffet. Ich konnte gar nicht alles probieren, so viele verschiedene Gerichte gab es dort. Um 20 Uhr fing dann der DJ an die ersten Songs zu spielen und alle fingen an zu tanzen. In den langen Kleidern wurde es schnell sehr warm, aber Eiscreme und kaltes Wasser haben da ein bisschen für Abkühlung gesorgt.

Nach drei Stunden voll mit Musik und Tanz, ging es zum “Post-Prom”. Hierfür hat das Prom-Komitee “Dave&Buster’s” ausgesucht. In dieser “Sport-Bar” haben wir alle eine Karte mit Guthaben zur Verfügung gestellt bekommen, die wir für die verschiedenen Spiele dort benutzen konnten. Als allererstes konnten wir aber unsere normale Alltagskleidung wieder anziehen und auch wenn es sehr viel Spaß gemacht hat, sich in dem Kleid wie in einem Hollywood-Film zu fühlen, waren wir doch alle froh einfach nur T-Shirts und Jeans zu tragen. Die nächsten Stunden haben wir damit verbracht Videospiele zu spielen, Simulationen mitzuerleben und Fast Food zu essen – nach all dem Tanzen waren nämlich alle trotz des guten Abendessens wieder hungrig. Bei den ganzen Spielen kann ich mich gar nicht für mein Lieblingsspiel entscheiden, aber definitiv hatte ich die ganze Zeit sehr viel Spaß. In einer „Photobooth“ haben wir auch noch lustige Fotos gemacht, die dann sofort für uns ausgedruckt wurden. Obwohl wir alle rund um die Uhr beschäftigt waren, fing dann einige Stunden nach Mitternacht doch die Müdigkeit an einzusetzen. Gegen 3 Uhr morgens sind wir zurück an der Schule angekommen und sobald ich zu Hause war, bin ich auch todmüde ins Bett gefallen und habe den nächsten Morgen sehr lange geschlafen.

In der Schule habe ich mich vor kurzem mit einer Kunstlehrerin, die während ihres Studiums für ein Auslandssemester in Deutschland war, auf Deutsch unterhalten. Es war ein bisschen ungewohnt Deutsch zu sprechen und es war sehr lustig wie alle anderen im Kunstraum uns beide angestarrt haben.
An meiner High School hier ist es üblich T-Shirts in der Schule zu verkaufen, die meistens entweder den Schulsportteams helfen ihre Ausrüstung zu verbessern und zu erweitern, aber gleichzeitig werden auch oft T-Shirts verkauft, deren Einnahmen gespendet werden. Aus diesem Grund haben die Fußballteams (und damit auch ich) im Mai T-Shirts verkauft, die den Bau eines neuen Spielplatzes fördern sollen. Außerdem haben wir uns alle an einem Abend getroffen und “Puppy Chow”, einen typischen Amerikanischen Snack, zubereitet, der dann während unserer Spiele am Wochenende verkauft wurde. Insgesamt haben wir ziemlich viel Geld einnehmen können und hoffentlich hilft das den neuen Spielplatz zu bauen. Mittlerweile ist die Fußballsaison leider schon zu Ende und war damit auch deutlich kürzer als die Basketballsaison. Um den Saisonabschluss zu feiern, gab es nach unserem letzten Spiel ein “Cookout”, eine Mischung aus Grillen und Picknick. Gerne hätte ich noch ein bisschen länger Fußball gespielt, aber daran kann ich leider nichts ändern.PPP -Lilli 2. Zoobesuch-
In meinem Sportunterricht “Team Sports” haben wir eine Woche lang Handball gespielt. Es war ein bisschen schade, dass meine High School keine richtigen Handbälle hatte, aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Obwohl es in den USA sehr viele verschiedene Sportarten gibt, hat an meiner Schule noch nie jemand von Handball gehört. Ich habe deshalb meistens versucht es anhand anderer Sportarten, wie Fußball und Basketball, zu erklären und das hat gut geklappt.

Den “Mother’s Day” haben wir zusammen mit meinen Gastgroßeltern und auch meinen Gasttanten, -onkel und –cousins und –cousinen gefeiert. Ich war mir überhaupt nicht bewusst, dass der Muttertag hier in den USA, verglichen mit Deutschland, relativ groß gefeiert wird. Am Sonntag haben wir meine Gastoma in Madison besucht, wo wir dann auch die andere Seite der Familie getroffen haben. Das Wetter war so schön, dass wir lange einfach nur draußen Frisbee gespielt haben und überhaupt nicht viel Zeit im Haus verbracht haben.
Neulich hatte ich schulfrei und aus diesem Grund habe ich mich mit einer Freundin getroffen. Wir sind frühstücken gegangen und haben in einem Café sehr leckere Bagel gegessen. Den Rest des Tages haben wir mit einem Zoobesuch verbracht. Auch wenn ich erst vor kurzem mit meiner Gastfamilie da war, habe ich viel Neues entdecken können. Das letzte Mal habe ich nämlich noch nicht alles gesehen und auch wegen des kühleren Wetters waren zu dem Zeitpunkt noch nicht alle Tiere draußen. Mittlerweile habe ich nun schon einige Amerikanische Gerichte ausprobieren können. So nämlich auch am Freitag nach dem Zoobesuch als ich in einem Restaurant “Grilled Cheese” probiert habe.
Mittlerweile ist es in Wisconsin sehr warm geworden und am Wochenende hatten meine Gastgeschwister und ich sogar schon die erste Wasserballonschlacht.  Ich freue mich sehr auf meinen letzten Monat hier in den USA und alles, was noch vor mir liegt!