Ingrid Pahlmann beim Viehbetrieb der Familie Wolter

„Die Zeiten des rücksichtslosen Preisdrucks bei Lebensmitteln auf die Bauern muss ein Ende haben“

8. Januar 2021

Nach massiven Protesten der heimischen Milchbauern Anfang Dezember vor dem Aldi-Lager in Hesel gegen die angekündigte starke Absenkung des Butterpreises, hatte das Unternehmen zugesagt, auf diese drastische Maßnahme zu verzichten. Jetzt kündigte der Discounterriese doch an, seinen Lieferanten pro Kilogramm Butter 56 Cent weniger bezahlen zu wollen. Üblich seien zu Jahresbeginn lediglich bis zu 20 Cent weniger.

Ich habe vollstes Verständnis für den Unmut der Landwirte. Der Lebensmitteleinzelhandel hat in der Coronakrise durchaus gute Geschäfte gemacht, während viele landwirtschaftliche Betriebe ein absolut schwieriges Jahr hinter sich haben. Die Wertschätzung der verantwortungsvollen Arbeit der Landwirte muss gesellschaftlich endlich den Stellenwert bekommen, der ihr zusteht und muss sich auch in wirtschaftlich angemessen Preisen zeigen. Die Zeiten des rücksichtslosen Preisdrucks bei Lebensmitteln auf die Bauern muss ein Ende haben.

Ähnlich verstimmt äußert sich mein Peiner Kollege, der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Plett:

„Zurecht sind die Milchbauern hier verärgert, wenn sich Aldi nicht an Absprachen hält und aufgrund seiner Marktmacht die Molkereien gegeneinander ausspielen kann. Ich hoffe darauf, dass ein gemeinsame Gesprächsrunde auf Initiative des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums mit den Bauern, Verarbeitern und Händlern am 13. Januar über die Entwicklung neuer Strategien für Gemüse, Milch und Fleisch ein Ergebnis erreichen kann.“